Bei einer Tankfahrt nach Luxemburg ist mir am Straßenrand dieser Monumentalcippus aufgefallen.
Seit Beginn unserer Zeitrechnung bis Anfang des 5 Jh. stand an dieser Stelle eine mehrmals zerstörte und wiederaufgebaute, ausgedehnte Villenanlage, die einer gallo-römischen Grosswinzer-und Weinhändlerfamilie gehörte. Die Gebäude fielen leider den neuzeitlichen Baggerarbeiten zum Opfer.
Das Luxemburger Staatsmuseum konnte 1970-72 nur mehr einen ganz geringen Teil davon untersuchen. Dazu gehörte u.a. das mächtige, zweischichtige Quaderfudament (8,62 x 5,35 m) eines prächtigen Grabdenkmals, das im 2. Jh., etwa 50m vom Moselufer entfernt, mit der vorderen Breitseite dem Fluß, mit der Rückseite der Villenfassade zugewendet war. Dieser kolossale, etwa 10m hohe Monumentalcippus, war mit unbemalten Reliefs aus Kalk- und Sandstein verziert, die vornehmlich Szenen aus dem Winzeralltag sowie aus der Mythologie des Weingottheit Vitis, tanzende Mänaden usw. ; vollplastische Figuren zierten Nischen; eine lateinische Inschrift erwähnte wie üblich Namen und Beruf des verstorbenen Villenbesitzers.
Der hier sichtbare Rekonstruktionsversuch soll lediglich die Erinnerung wachhalten an die Römerzeit, welche mit der Einführung der Rebenkultur unsere schöne Moselgegend für Jahrtausende prägte. Wenn auch die römerzeitlichen Gutshöfe seinerzeit vom Mosella Dichter Ausanius besungen längst zerstört und eingeebnet oder gar wie hier "versunken" sind, so erinnern doch Flurnamen wie "Mecheren" (lat. maceries = Trümmerstätte) oder der spätere Dorfname "Remerschen" an die eigentlichen Ursprünge.
Wegen des modernen Straßendammes wurde der Rekonstruktionsbau 6m nach hinten verschoben und um etwa 1,5m gehoben (das antike Quaderfundament liegt also 1,5m tiefer, genau unter der dunkleren Markierung im Zugang)
| Text Quellen: Info Tafel vor Ort | Bild Quellen: Eigenes Bildmaterial |
